Hunderttausende Selbständige brauchen endlich Rechtssicherheit!

In sehr vielen Feldern werden hochqualifizierte selbständige Experten, die auf eigenen Wunsch selbständig und eben nicht schutzbedürftig sind, eingesetzt.

Betroffene Einsatzbereiche sind:

  • Informationstechnologie/ Digitalwirtschaft
  • Ingenieurswesen
  • Anlagen- und Maschinenbau
  • Finanzbuchhaltung, Wirtschaftsberatung und Controlling
  • Honorarärzte
  • Projekte im Bildungswesen
  • Projekte in Forschung und Entwicklung
  • Beratungsprojekte im Pharma- und Life-Science-Umfeld
  • Interim-Management
  • u.v.m.

Die nicht mehr zeitgemäße Prüfpraxis der Deutschen Rentenversicherung bedeutet für die selbständigen Spezialisten und deren Auftraggeber eine große Verunsicherung. Dadurch werden die freien Experten im besten Fall verspätet oder nur verkürzt eingesetzt, oder sie verlieren im schlimmsten Fall ganze Aufträge. Diese Verluste können sich summieren, wie der selbständige Unternehmer Oliver de Byl berichtet:

„Als selbständiger Unternehmensberater trifft mich die unklare Rechtslage und die damit verbundene Verunsicherung meiner Auftraggeber direkt. Vor jedem Projektstart sind langwierig unternehmensindividuelle Nachweise zu erbringen, um meine seit Jahren bestehende erfolgreiche Selbständigkeit glaubhaft zu untermauern. Hieraus ergeben sich Verzögerungen bei der Beauftragung, die sich jährlich zu mehreren Tausend Euro aufsummieren. Die aktuelle Gesetzesinitiative geht in die völlig falsche Richtung. Ich übernehme die Verantwortung für meine Altersvorsorge selbst und bin nicht schutzbedürftig, sondern gern und aus voller Überzeugung selbständig tätig. Deshalb unterstütze ich diese Kampagne.“

Auch freiberufliche Honorar- und Notärzte in ländlich schlecht versorgten Gebieten leiden unter dieser Diskussion. Solche Know-how-Träger haben sich bewusst und aus freien Stücken für die Selbständigkeit entschieden und erwirtschaften in aller Regel sechsstellige Jahresumsätze. Die deutsche Wirtschaft und Gesellschaft ist auf diese Spezialisten heute und in Zukunft angewiesen.

Aus unserer Sicht haben viele Verantwortliche die Komplexität und Zusammenhänge modernen Wirtschaftens im Zeitalter der Digitalisierung noch nicht verstanden – oder schlimmer, sie ignorieren gesellschaftliche, volkswirtschaftliche und betriebliche Realitäten.

Denn den sogenannten Wissensarbeitern/selbständigen Experten kommt aus unserer Sicht eine zentrale Bedeutung für den Erhalt der produktionsorientierten Arbeitsplätze in Deutschland zu – welche ja auch im Fokus der Gewerkschaften liegen. Nur dort, wo Produkte oder Dienstleistungen entwickelt, designt, konstruiert und zur Marktreife gebracht werden, wird man sie auch produzieren. Gerade die deutsche Entwicklungs- und Innovationswirtschaft benötigt eine freizügige Nutzung von Werk- und Dienstverträgen, selbstverständlich frei von Lohndumping oder Missbrauch.

Wie sonst wollen wir im Zeitalter der Globalisierung und Digitalisierung im zunehmenden Wettbewerb bestehen?